Uns Bäder sin malad, drum schwimme mer im Bällebad!

Unter diesem (leider viel zu wahren) Motto haben wir uns in dieser Session wieder zusammengefunden. Als das offizielle Motto der Session 2025/26 verkündet wurde, war uns sofort klar: „Mer dun et för Kölle“ – aber wie genau eigentlich?
Das Ehrenamt wird bei uns nicht nur großgeschrieben, es ist unser Fundament. Trotz der Herausforderungen der letzten Jahre sind wir als Gemeinschaft enger zusammengerückt. Während die Welt kurzzeitig stillstand, sind wir gewachsen: Von ursprünglich 45 auf mittlerweile über 120 begeisterte Mitglieder in der Apnoe- und Gerätesparte. Unsere Mitglieder haben Herzblut investiert, neue Taucher für unseren Sport begeistert und sich aus eigener Kraft zu Trainern und Tauchlehrern ausbilden lassen. Sogar eine wachsende Jugendtauchgruppe haben wir mit viel Stolz aufgebaut.
Doch bei all der Euphorie bleibt eine entscheidende Frage: Wo ist das Wasser? Die traurige Antwort lautet: Unsere Bäder in der wunderschönen Domstadt sind „malad“. Dringende Sanierungen werden verschleppt, und statt sprudelnder Becken erleben wir Schließungen auf unbestimmte Zeit. Wir Taucher sind kreativ – als erfahrene Sportler weichen wir mit unserem Konditionstraining im Sommer in die umliegenden Seen aus.
Ein Appell für die Sicherheit unserer Pänz
Aber hier geht es um mehr als nur unseren Sport. Wir machen uns Sorgen:
• Was ist mit den Kindern und Jugendlichen, die in Köln sicher schwimmen lernen wollen?
• Was ist mit dem Schulsport und den dringend benötigten Wasserzeiten für Jugendvereine?
Die Berichte über Badeunfälle, die durch eine solide Schwimmausbildung hätten verhindert werden können, sind eine Mahnung an uns alle. Schwimmenlernen darf in einer Stadt wie Köln kein Luxusgut sein, das am fehlenden Beckenrand scheitert.
„Mer dun et för Kölle“ bedeutet für uns eben auch, den Finger in die Wunde zu legen. Wir wollen nicht nur im Bällebad schwimmen – wir wollen, dass Kölns Bäder wieder eine Zukunft haben. Für uns, für die Jugend und für die Sicherheit der Kinder in unserer Stadt!
So zogen wir also bei den Schull- und Veedelszöch am Sonntag durch unsere Domstadt. Wieder mal hatten wir traumhaftes Wetter und eine fantastische Stimmung bei allen Teilnehmern unserer Gruppe und am Wegrand. Frei nach dem Motto der kommenden Session „Morje es, wat du drus mähst“ Laufen bereits die Planungen für die kommende Session 2026/27.

Geschrieben von Barbara Rochlitzer