Am Mittwochabend startete unser Training ausnahmsweise schon um 19:30 Uhr (sonst erst um 20:00 Uhr). Für unsere Trainer*innen begann der Abend sogar noch früher: Bereits ab 18:00 Uhr gab es gemeinsam mit dem Bundestrainer Apnoetauchen Werner Giove eine intensive Theorieeinheit.
Im Fokus standen Fragen wie:
- Wie sieht modernes Apnoe-Training aus?
- Wie kann Leistungssteigerung gezielt stattfinden – auch im Freizeitbereich?
Zu Beginn des Wassertrainings ging es erst einmal um Zahlen: Wo liegen eigentlich unsere aktuellen Maximaldistanzen? Die Spannbreite reichte von 40 bis 120 Metern. Dass wir im 20 × 20 m Turmspringerbecken der SpoHo Köln Junkersdorf mit nur 5 m Tiefe trainieren, schien Werner dabei wenig zu beeindrucken – Tiefe ist eben nicht alles.
Nach dem Umziehen ging es direkt ans Whiteboard. Der Trainingsplan wurde erklärt, mit der Ansage: „Jetzt Fragen stellen – danach ist Training.“
Der erste Teil stand ganz im Zeichen der Technik. Jede*r hatte die Möglichkeit, sich direktes 1-zu-1-Feedback von Werner abzuholen. Kleine Hinweise, große Wirkung – für wirklich alle.
Am Beckenrand lauschten die Trainer*innen aufmerksam auf die Feedbacks von Werner an die Teilnehmer*innen, die im schnellen Wechsel durch den Raum flogen:
„Bleigurt tiefer.“ – „Tiefer tauchen.“ – „Arme strecken.“ – „Mitte halten.“
Aufmerksam beobachten, verstehen, weiterdenken.
Anschließend ging es ins Intervalltraining im individuellen Maximum. Oder wie Werner es auf den Punkt brachte: „Wenn euch dabei nicht warm wird, dann leistet ihr nicht wirklich.“
Begleitet von regelmäßigem Klatschen und der klaren Erinnerung: „Training findet nicht in der Komfortzone statt.“
Zum Abschluss wurde es noch einmal unangenehm – man könnte es auch Liegestütze für Freediver*innen nennen:
Ohne Blei, ohne Flossen, mit feinem Beinschlag und den Armen aus dem Wasser gestreckt. Erst 3 × 10 Sekunden, dann noch einmal 15 Sekunden. Werner lachte, war zufrieden – und merkte trocken an: „Ihr habt einfach zu viel gequatscht.“
Nach dem Duschen folgte eine kurze Reflexionsrunde. Viele unserer Trainer*innen waren mit wachem Blick dabei – und gleichzeitig ein wenig traurig, selbst nicht mit im Becken gewesen zu sein.
Jetzt sind wir gespannt, was von diesem Abend in den nächsten Wochen und Monaten ins Training der Tauchflaschen e.V. – Abteilung Apnoe mitgenommen wird.
Anonyme(r) Autor(in), aber dem Vorstand namentlich bekannt.