Sicherheit ist kein Zufall.

Am 19. und 20. September fand am Blausteinsee der Aufbaukurs Tauchsicherheit und Rettung statt. Ziel des Kurses war es, die Teilnehmer auf mögliche Notfallsituationen beim Tauchen vorzubereiten und ihnen das notwendige Wissen sowie die praktischen Fähigkeiten zu vermitteln, um im Ernstfall sicher und richtig handeln zu können.
Der Kurs begann bereits am Dienstag vor dem Ausbildungswochenende mit einer mehrstündigen Theorieeinheit. Auf dem Ausbildungsplan standen unter anderem die Sicherheitsstandards des VDST, das Buddy System, die richtige Ausrüstungskonfiguration, die Rettungskette, Maßnahmen der Ersten Hilfe sowie verschiedene Risikofaktoren. Dabei wurde auch vermittelt, dass trotz bester Vorbereitung und größtmöglicher Wachsamkeit immer ein Restrisiko mittaucht. Der Respekt vor dem Element Wasser darf dabei niemals verloren gehen. Darüber hinaus wurden verschiedene Unfallursachen und Gefahrensituationen besprochen, darunter Luftmangelsituationen, Vereiser, Essoufflement, Tiefenrausch, Blackout und die Versorgung von Tauchunfällen.
Der praktische Teil am Blausteinsee wurde von drei Tauchlehrern für drei Teilnehmer durchgeführt. Durch diese intensive Betreuung konnten alle Übungen ausführlich trainiert und individuell begleitet werden.
Geleitet wurde der Kurs von Tauchlehrer Alexander Damarowsky, der während des gesamten Kurses großen Wert auf eine sorgfältige Ausbildung und die konsequente Einhaltung hoher Sicherheitsstandards legte. Mit viel Engagement, Geduld und Fachwissen begleitete er die Teilnehmer durch Theorie und Praxis. Dabei war jederzeit spürbar, dass Sicherheit für ihn nicht nur Bestandteil der Ausbildung, sondern eine grundlegende Einstellung zum Tauchsport ist. Seine ruhige Art, sein geschulter Blick für Details und sein hoher Anspruch an eine saubere und sichere Ausbildung trugen maßgeblich zum Erfolg des Kurses bei.
Unterstützt wurde er von den Tauchlehrern Bruno Scholen und Alexandra Klafft, die ihre Erfahrungen ebenso engagiert an die Teilnehmer weitergaben. Mit ihrer Hilfe konnten die Übungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und wertvolle praktische Tipps vermittelt werden. Die Teilnehmer des Kurses waren Heinz Peter, Carsten und ich, Oliver.
Bereits vor dem ersten Tauchgang wurde deutlich, dass Tauchsicherheit lange vor dem eigentlichen Abtauchen beginnt. Die Teilnehmer kontrollierten ihre Ausrüstung anhand der aktuellen Empfehlungen, führten gegenseitige Buddy Checks durch und besprachen die geplanten Tauchgänge. Was oft als reine Routine wahrgenommen wird, erwies sich im Verlauf des Kurses als eine der wichtigsten Maßnahmen zur Unfallvermeidung.
Anschließend folgten mehrere Ausbildungstauchgänge, bei denen die Teilnehmer unter den aufmerksamen Augen der Tauchlehrer verschiedene Gefahrensituationen unter Wasser realitätsnah simulierten. Ziel war es, Probleme frühzeitig zu erkennen, richtig zu beurteilen und angemessen darauf zu reagieren.
Zu den Übungen gehörte die Versorgung eines Tauchers mit einem Muskelkrampf ebenso wie das richtige Handeln bei einem simulierten Blackout. Besonders anspruchsvoll war die Handhabung eines Tauchers mit einem simulierten Vereiser. Dabei wurde schnell deutlich, wie auch eine Überreaktion zu verheerenden Folgen führen kann. In diesen Szenarien zeigte sich eindrucksvoll, wie wichtig Ruhe, Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen innerhalb eines funktionierenden Buddy Systems sind.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers. Nach dem kontrollierten Aufstieg an die Oberfläche musste der Verunfallte abgesichert, transportiert und anschließend weiter versorgt werden. Was in der Theorie oft überschaubar erscheint, entwickelte sich in der Praxis schnell zu einer körperlich anspruchsvollen Aufgabe.
Bei teilweise regnerischem Wetter und realistischen Bedingungen übten die Teilnehmer das Abschleppen eines verunfallten Tauchers an der Oberfläche. Anschließend musste der Verunfallte zum Rettungsboot gebracht und mit verschiedenen Techniken aus dem Wasser in das Schlauchboot gehoben werden. Dabei wurde allen schnell bewusst, wie viel Kraft und Koordination eine echte Rettung erfordert.
Nach der Rettung aus dem Wasser war die Übung jedoch noch lange nicht beendet. Das Rettungsboot musste zurück an Land gebracht werden, wo die medizinische Erstversorgung begann. Sauerstoffgabe, Patientenbetreuung sowie gegebenenfalls lebensrettende Sofortmaßnahmen gehörten ebenso dazu wie die Vorbereitung auf die Übergabe an den Rettungsdienst.
Damit wurde die gesamte Rettungskette trainiert. Vom Erkennen einer Notlage unter Wasser über die Rettung an die Oberfläche, den Transport zum Boot, das An Bord Bringen, die Rückkehr ans Ufer und die Versorgung an Land bis zum Eintreffen professioneller Rettungskräfte.
Auch die Herz Lungen Wiederbelebung wurde intensiv geübt. Die Teilnehmer trainierten die korrekte Durchführung der Herzdruckmassage, die Beatmung sowie den Einsatz eines AED. Dabei wurde erneut deutlich, wie entscheidend die ersten Minuten eines Notfalls für den weiteren Verlauf sein können.
Neben allen ernsten Themen kam auch der kameradschaftliche Teil nicht zu kurz. Zwischen den Übungen wurde gefachsimpelt, diskutiert und die eine oder andere Erfahrung aus vergangenen Tauchgängen ausgetauscht. Besonders eindrucksvoll war die Erkenntnis vieler Teilnehmer, dass sich die meisten Unfälle durch gute Vorbereitung, die konsequente Einhaltung von Standards und regelmäßiges Training vermeiden lassen.
Am Ende des Wochenendes waren sich alle einig, dass der Kurs weit mehr vermittelt hat als reine Rettungstechniken. Er schärfte das Bewusstsein für Risiken, stärkte das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und zeigte eindrucksvoll, wie viel Verantwortung jeder Taucher für sich selbst und seinen Buddy trägt.
Mit vielen neuen Erfahrungen, einem deutlich geschärften Blick für mögliche Risiken und Gefahren unter Wasser sowie einem völlig neuen Verständnis für zahlreiche Situationen im Tauchsport konnten die Teilnehmer den Aufbaukurs erfolgreich abschließen. Die praktischen Übungen machten deutlich, wie schnell kleine Probleme zu ernsthaften Notfällen werden können und wie wichtig es ist, in solchen Situationen ruhig und besonnen zu handeln. Trotz schmerzender Muskeln und der körperlich fordernden Rettungsübungen überwog bei allen Teilnehmern die Gewissheit, künftig noch sicherer, aufmerksamer und verantwortungsbewusster tauchen zu können.
Aus meiner persönlichen Sicht ist dieser Kurs eine der sinnvollsten Ausbildungen, die ein Sporttaucher absolvieren kann. Unabhängig davon, ob man später das Goldabzeichen anstrebt oder nicht, vermittelt der Aufbaukurs Fähigkeiten und Erfahrungen, die jedem Taucher zugutekommen. Er verändert den Blick auf viele Situationen unter Wasser, schärft das Bewusstsein für Risiken und zeigt, wie wichtig Vorbereitung, Teamarbeit und richtiges Handeln im Ernstfall sind. Jeder Taucher sollte diesen Kurs im Laufe seiner taucherischen Laufbahn mindestens einmal absolviert haben.
Denn eines wurde an diesem Wochenende immer wieder deutlich:
Sicherheit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Wissen, Training und gelebter Verantwortung unter Wasser.








